Das Freibad in Weidenhausen wurde schon in den 1930er Jahren erstellt. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Platz für ein Schwimmbad gesucht, das an einem Bach lag, dem Römershäuser Bach, und damit gefüllt werden konnte. Also baute man in sehr viel Eigenleistung ein Betonbecken, in das man den Römershäuser Bach leitete. Zum Umkleiden wurden noch Kabinen aus Holz aufgestellt und fertig war das Schwimmbad.
So verfuhren auch mehrere Gemeinden im Umkreis, z.B. Römershausen, Gladenbach, Rodenhausen usw., also auch Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern, denn es war ja ein schöner Spaß im Sommer und kostete ja „nur“ die Erstellung.


In den 1950er/1960er-Jahren erkannte man, dass man kerngesund sein musste, um die Schwimmbäder zu benutzen. Denn in den meisten Bädern war das Wasser nicht den Ansprüchen entsprechend sauber, sondern Naturwasser und dementsprechend verunreinigt. Auf dem Boden wuchsen Algen und es war glitschig, so wie alte Badegäste erzählten.
Also kam die erste Überarbeitungswelle – das Schwimmbad wurde runderneuert. Man griff auf das alte Becken zurück, baute einen Steg zur Abtrennung der Nichtschwimmer ein und damit die ganze Sache auch Trinkwasserqualität hatte, wurde das Wasser gechlort und umgewälzt. Und für die Infrastruktur wurde ein komplettes Gebäude errichtet. Da auch kleine Kinder Spaß am Wasser hatten, wurde ein Planschbecken gebaut.
Damit wurde das Wasser zwar sauber, aber es war eine ständige Betreuung notwendig. Dies konnten sich die kleinen Gemeinden nicht mehr leisten und deswegen wurden dort die Schwimmbäder zu Fischteichen (heute noch vorhanden).


Anfangs übernahmen Arbeiter, die ansonsten die Wasserversorgung im Ort sicherstellten, die Betreuung und Aufsicht. In Gladenbach baute man fast zeitgleich an anderer Stelle: ein Hallenbad mit angenzendem Freibad, durch moderne Technik war kein angrenzender Bach mehr notwendig. In den 70er Jahren wurde die Großgemeinde Gladenbach gebildet und damit waren in der Gemeinde zwei Freibäder vorhanden. Nach dem Brand des Schwimmbades in Gladenbach im Jahr 2005 war dort kein Freibad mehr vorhanden. Damit war das Weidenhäuser Freibad das einzige Freibad in der Großgemeinde. Es wurde mit Solarheizung ausgestattet und hatte somit sehr viel schneller warmes Wasser. Dennoch hielt sich das Gerücht hartnäckig, man wolle das Freibad schließen, um Geld zu sparen.

Deswegen wurden 2004, nach einem Jahr voller Unterschriftensammlungen und einiger Debatten, im Herbst des Jahres die Schwimmbadfreunde gegründet.
Aus dem anfangs kleinen Verein wurde einer der größten Vereine in der ehemaligen Gemeinde Weidenhausen mit Mitgliedern aus der ganzen Großgemeinde und den umliegenden Dörfern.
Seitdem unterstützen die Schwimmbadfreunde die Stadt (SEB), damit das Bad erhalten bleibt. Ein Erfolg ist auch die namentliche Abstimmung im Stadtparlament, in dem sich alle Fraktionen für den Erhalt des Schwimmbads ausgesprochen haben.
Neubau und Grundsanierung
Wie fast jeder Bau, so kam auch das Weidenhäuser Freibad in die Jahre. Die Pumpentechnik war veraltet, das Schwimmbecken teils undicht. In Zeiten von knappen Kassen in den Kommunen wurde lange und hart um die Sanierung des Freibad gekämpft. Eine der größten Demonstration der Schwimmbadfreunde im Jahr 2024 sorgte schließlich für den entscheidenen Anstoß. Die Kritiker im Stadtparlament nahmen ihre Einwände zurück und der Weg war frei für den, eigentlich eh schon genehmigten, Neubau des Bades in Weidenhausen. Im Jahr 2025, nach der letzten Badesaison erfolgte der offizielle Spatenstich. Die Weidenhäuser haben gezeigt, dass ihnen das Freibad am Herzen liegt und ein wichtiger Ort im Sommer für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist.
Aber die Unterstützung der Schwimmbadfreunde endet hier nicht. In ungezählten Stunden an Eigenleistungen unterstützen die Mitglieder des Vereins den Neubau. Sei es das Herausnehmen der Pflastersteine, die später wiederverwendet werden sollen, oder der Einbau der Fenster – das sind nur zwei Beispiele in diesem großen Projekt.

Auch versuchen die Schwimmbadfreunde die neue Rutsche für das Freibad zu finanzieren. Aus Kostengründen wurde diese aus dem Bauplan gestrichen und verschoben. Der Verein kämpft während der Bauzeit für Spenden, um die Rutsche bei der Neueröffnung im Freibad stehen zu haben.

